Donnerstag, 16. August 2012

More of Cambodia


Hallo ihr Lieben / Hi guys,

Kambodscha besteht natürlich nicht nur aus den Tempeln von Angkor. Nach den aufregenden Tagen in Siem Reap benötigten wir erst mal eine Auszeit von Tempeln. Wir haben eine beeindruckende Bootsfahrt von Siem Reap nach Battambang gemacht. Auf der siebenstündigen Reise sind wir durch sehr viele „schwimmende“ Dörfer, sog. Floating Villages, gekommen. Wir konnten sehen, wie die Menschen dort leben. Im Prinzip spielt sich alles auf dem Fluss ab, auch die Schule und der Supermarkt befinden sich darauf. Ein spezielles Erlebnis war auch das Klo während unserer Mittagspause. Es war einfach nur ein Loch im Boden über dem Fluss. Ein Abwassersystem wie wir es kennen, gibt es in Kambodscha oftmals nicht.

Cambodia has of course more to offer than just the temples of Angkor. After some exciting days in Siem Reap, we needed a short temple break. We made a fascinating boat trip from Siem Reap to Battambang. On the seven-hour trip, we passed many local villages, so called Floating Villages. We could see how people live on and with the river. Everything is on the river, the school, the supermarket, just everything. An experience was also the toilet during our lunch break. It was just a hole in the ground over the river. A sewerage system we’re used to is not existent in Cambodia.












In Battambang haben wir uns mit Christa aus den Niederlanden angefreundet. Mit ihr haben wir dann auch die nächsten Tage verbracht. Wir sind zusammen Bamboo train gefahren. Dabei handelt es sich um ein einfaches Gefährt, welches lediglich aus zwei Achsen, einer Bamboosauflage und einem Motor besteht. Wenn einem auf der Strecke ein anderer Bamboo train entgegen kommt, muss der Bamboo train der weniger beladen ist abgebaut werden. Das geht jedoch super schnell. Der Bamboo train fühlte sich an wie Achterbahn fahren. Die Gleise sind so ramponiert, dass richtige Züge darauf nicht mehr fahren können. Auf halber Strecke haben wir noch die Gelegenheit bekommen, ein Ziegelwerk anzusehen... ein sehr netter Vormittag!!!

In Battambang we became friends with Christa from the Netherlands. We spent the next days together. We drove the ingenious bamboo train. This is a simple vehicle, which has just two axes, an ultra light platform (made out of bamboo) and a 6 HP gasoline engine. If two bamboo trains meet on the railway, the less-loaded bamboo train has to clear the way. However, this can be done quickly. Riding the bamboo train felt like riding a rollercoaster. The railway is so damaged that ordinary trains are not able to use the rails anymore. The bamboo train is definitely a very delightful transport system. At the turning point we got the chance to see a brick factory... a nice morning!!!










Unser Tuck Tuck Fahrer Yaya hat uns Flughunde (sehr große Fledermäuse) gezeigt. Er hat uns erzählt, dass sie früher oft wegen ihres Blutes gejagt worden sind. Dies war insbesondere bei älteren Männern sehr begehrt, da es Energie liefert für "Bum-Bum" according to Yaya ;-) . Arme Flughunde! Heute sind sie geschützt, die illegale Jagd auf sie ist mit hohen Geldstrafen belegt und es gibt zum Glück Viagra.

Our Tuck Tuck driver Yaya showed us flying foxes (large bats). He told us, that they were previously often hunted due to their blood. Especially older men loved the blood, since the blood provides energy for more "boom-boom" according to Yaya ;-). The flying foxes are protected now and people have to pay very high fines, when they hunt them illegally and thanks god there is Viagra.



Kambodia hat leider nicht nur eine inspirierende sondern auch eine sehr deprimierende Geschichte – den Horror den das Khmer Rouge Regime über das Land brachten. Einen dieser Horrorplätze haben wir in der Nähe von Battambang aufgesucht. Wir haben die Killing Caves besucht. Dort hat das Regime der Khmer Rouge viele Menschen ermorden lassen (weiter unten dazu mehr). Ein trauriger Ort, der einen sehr nachdenklich stimmt.

Cambodia has a history both inspiring like Angkor and depressing caused by the horrors of the Khmer Rouge regime. Our next stop was a very sad place. We visited the Killing Caves, where the regime of the Khmer Rouge has murdered many people (more about this further down). It is a sad place, which made us very thoughtful.


Die Besichtigung eines Tempels hat uns dann wieder auf etwas andere Gedanken gebracht. Hier haben wir auch ein witziges Phänomen beobachtet. Die Einheimischen mögen offensichtlich Bilder mit Ausländern. Es passiert daher, dass sich plötzlich jemand wild Fremdes zu einem gesellt, wenn man gerade für ein Bild posiert ;-). Bei dem Tempel haben wir auch Richard kennen gelernt. Er hat einen beeindruckenden Lebenslauf. Er ist schon sehr viel um die Welt gereist, ist Anwalt und hat sich bereits ein Haus in London gekauft...und das gerade mal mit 24...wow!!! Er hatte auf alle Fälle sehr viel zu erzählen ;-).

Later on, we visited a temple to get some other thoughts. Here we made a funny experience. The locals obviously like pictures with foreigners. Therefore, it happens that an unknown person suddenly joins you, when you are preparing yourself for a photo ;-). We also met Richard there. He has an impressive resume. He has already travelled the world, is a lawyer and has just bought a house in London... and he is only 24... wow!! He certainly had a lot to tell ;-).





Mehr oder weniger per Zufall sind wir an einer Höhle mit acht Millionen Fledermäusen vorbei gekommen... ja wirklich acht Millionen. Es dämmerte gerade, daher waren die Fledermäuse gerade dabei, die Höhle zu verlassen. Es dauert ca. 40 Minuten bis alle Fledermäuse die Höhle verlassen hatten. Es war ein unglaubliches Naturschauspiel!!!

More or less by accident, we came to a cave with over eight million bats in it... we’re not joking eight million! It just dawned; therefore, the bats were leaving the cave. It takes about 40 minutes until all bats have left the cave. It was an amazing spectacle!


Auf einer Weltreise beschäftigt man sich auch viel mit der Geschichte der einzelnen Länder. Im Vorfeld wussten wir nicht wirklich viel über die schreckliche Vergangenheit Kambodschas. Wir denken, dass es sehr wichtig ist, sich auch mit diesen dunkeln Kapiteln auseinander zu setzen um daraus für die Zukunft zu lernen. Wir möchten daher an dieser Stelle ein paar Worte über dieses Thema verlieren. Im Jahre 1975 hatten die Khmer Rouge gewaltsam die Macht in Kambodscha übernommen – damit begann der Völkermord. In den folgenden vier Jahren versuchten sie in Kambodscha ihre Idee vom kommunistischen Bauernstaat umzusetzen. Städte wurden aufgelöst, Geld und Privateigentum verboten und die Leute mussten auf Reisfeldern unter extremen Bedingungen 12 bis 15 Stunden am Tag arbeiten. Jeder, der auch nur den Anschein machte gegen das Regime zu sein wurde eliminiert. Dazu genügten schon einfache Gründe, wie eine militärische Vergangenheit, die Fähigkeit eine fremde Sprache sprechen zu können oder auch nur eine Brille zu tragen. Dem Regime der Khmer Rouge sind ca. 2 Mio. Menschen zum Opfer gefallen – ein Drittel der Kambodschaner kamen bei diesem Völkermord ums Leben. In Phnom Penh haben wir zwei sehr schlimme Orte besucht. Zum einen ein Gefängnis (Tuol-Sleng-Gefängnis) zum anderen ein Killing Field (Choeung Ek). Wer mehr darüber erfahren möchte, findet weitere Informationen unter folgendem Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Khmer_Rouge. Die Mehrzahl der Khmer Rouge Führer befinden sich heute noch ungestraft auf freiem Fuß (www.cambodiatribunal.org)! Pol Pot, der Anführer der Khmer Rouge konnte ungeschoren seinen Lebensabend genießen und ist ohne jegliche Bestrafung gestorben. Eine Ungerechtigkeit die einfach nur unbegreiflich ist. Wusstet Ihr das die UN den Khmer Rouge bis 1991 den Sitz für Kambodscha in der UN Vollversammlung gegeben hat – das bedeutet das die Mörder ihre Opfer noch über 12 Jahre repräsentiert haben.

On a trip around the world, you learn a lot about the history of the different countries. Previously we didn't know much about Cambodia's depressing past. We think that it is very important to learn about the dark chapters of history for a better future. Therefore, we like to write about this topic. The Khmer Rouge implemented one of the most radical and brutal restructurings of society ever attempted. In 1975, the Khmer Rouge had taken power in Cambodia by force. In the following nearly four years, they tried to implement their idea of ​​a communist agriculture state in Cambodia. Cities disappeared, money and private property was banned and people including the sick, elderly and infirm, had to work in rice fields under extreme conditions for 12 to 15 hours per day. Anyone who was against the regime was eliminated. Simple causes were enough to be against the regime like a military history, the ability to speak a foreign language or also just to wear glasses. Intellectuals were systematically wiped out. The regime of the Khmer Rouge killed about 2 million people - a third of Cambodia’s population. In Phnom Penh we visited two very sad places. First, we've been to the killing field (Choeung Ek) than we visited a prison (Tuol Sleng prison). If you want to have more information about the Khmer Rouge period, please check the following link: http://de.wikipedia.org/wiki/Khmer_Rouge. The UN-backed Khmer Rouge trails (www.cambodiatribunal.org) stumble along amid allegations of political interference and corruption. Most of the Khmer Rouge leaders have not been sentenced for the horror they brought to the country. Pol Pot, the leader of the regime, could dye peacefully of old age! Unbelievable. Furthermore, did you know that the UN allowed the Khmer Rouge to occupy the Cambodian seat at the UN General Assembly until 1991, meaning the murderers represented their victims for 12 years.


Nach diesen traurigen Momenten haben wir uns natürlich nach etwas Ablenkung gesehnt. Wir sind auf zwei Märkte (Central Market und Russian Market) gegangen und haben uns zu guter Letzt noch den königlichen Palast angeschaut. Dann war es Zeit sich von Christa zu verabschieden. Christa, es war toll ein paar Tage mit dir zu reisen. Wir wünschen dir weiter viel Spaß in Holland beim Tennis spielen und mit deinem Garten. Wenn immer du nach Deutschland kommst, bist du bei uns natürlich immer herzlich willkommen!!!

After these sad moments, we were looking for some distraction. We went to two markets (Central Market and Russian Market) and visited the Royal Palace. Then it was time to say goodbye to Christa. Christa, it was great to spend some days with you. We wish you a lot of fun in Holland with playing tennis and in your garden. Whenever you come to Germany feel free to visit us. You are always very welcome!!!






Unsere Zeit in Kambodscha ist schon wieder vorbei. Jetzt geht es nach Thailand, wo bereits ein Überraschungsgast auf uns wartet. Mehr dazu im nächsten Post :-)

Our time in Cambodia is now over. Next country on our list is Thailand, where we meet somebody traveling with us for a while. Yeah! More in the next post :-)

Viele liebe Grüße / Cheers

Gerda & Michi

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